Trillenium Mix

Die Klangperformance ist eine Improvisation zusammen mit Elisa Storelli, die sich mit dem Verhalten chaotischer Systeme in der Zeit auseinandersetzt und diese Strukturen in klanglichen Objekte wandelt.
Für die Improvisation wird ein hybrides System, bestehend aus analogen Klangschaltungen, einem analogen Modularsystem und in Supercollider umgesetzten Algorithmen, gespielt. Zahlreiche Rückkopplungsschleifen und chaotische Oszillatoren geben die Möglichkeit die Dynamik des Systems, das sich zwischen Stasis und Veränderung bewegt, zu beeinflussen.

Trillenium Mix Excerpt (Stereo Mix), UdK Berlin, Juni 2013

Vierter Zustand

Die im Rahmen des Diploms entstandene Arbeit, versucht einen “Vierten Zustand” zu umschreiben. Der Vierte Zustand dient hierbei als metaphorischer Raum für einen Zustand der Veränderung, für ein Verbleiben im Grenzgebiet des Wechselnden. In Verbindung zu der Prozessphilosophie Alfred N. Whiteheads und den Reflektionen über die Dauer von Henri Bergson, wird Klang als eine Geste der Dauer begriffen, als eine Überlagerung der Bewusstseinszustände, die gleichermaßen eine Ausstrahlungskraft in den Prozess des Werdens besitzt.
Für die Klangerzeugung wird ein analoges Modularsystem in enger Kopplung mit der Klangprogrammierumgebung Supercollider verwendet. Die Aufführung nutzt dabei acht im Raum verteilte Lautsprecher, die bestimmte räumliche Resonanzen betonen.

Vierter Zustand (Stereo Mix), UdK Berlin, Mai 2013

AtMegageil

Ein 8bit Mikroprozessor erzeugt rhythmische Strukturen und Klänge, die aus dem eigenen Binärcode generiert werden. Die Prozesse und Funktionen des Mikrokontrollers sind direkt mit einer Klangsynthese gekoppelt und werden zu ihrer Laufzeit sonifiziert. Die eigentlich unsichtbaren und unscheinbaren inneren Vorgänge werden in direkte auditive Objekte transferiert.
Die Arbeit ist durch den Gedanken inspiriert, dass durch einen ästhetisierenden Transfersprozess, ausgehend von algorithmischen Strukturen hin zu direkten auditiven Ereignissen, eine Möglichkeit besteht komplexe Phänomene zu erfassen, ihnen eine Dauer oder eine Wesenhaftigkeit zusagen zu können.
Im Code ist dies über zwei Strukturen implementiert. Zum Einen einer Klangsynthese durch Direct Digital Synthesis (DDS), desweiteren durch den von Marvin Minsky und Edward Fredkin entworfenen Triadex Muse Synthesizer inspirierte Funktionen die Ereignisse generieren. Beide nutzen dabei den Binärcode als Parameter für Wavetables oder Bitsstrukturen als Grundlage.

AtMegageil, Live at LEAP, Berlin 2012

Silo7

03.02.12 Berlin Tempelhof

Die Arbeit Silo 7 untersucht den ehemaligen Getreidespeicher in einer stillgelegten Malzfabrik in Berlin Tempelhof.
Die nun ungenutzen massiven architektonischen Strukturen absorbieren den Klang der Umgebung und färben diesen durch ihren besonderen Aufbau. Bei dem Klangexperiment wurde eine Aufnahme des Kornspeichers wieder in diesen hineingespielt und erneut aufgenommen. In der Zeit entwickelt sich eine Klangfläche, die sich immer mehr dem Klang des Speichers annähert.

Aufnahme Silo 7 03.02.2012, Berlin Tempelhof

Sinousity

Ein kybernetisches System versetzt sich selbstständig in Oszillation und fortwährende Modulation. Das im Kreis verschaltete System strebt nach einem Zustand der Balance, wird aber stetig instabilisiert.

Vier Monochord werden dabei in Selbstoszillation versetzt und deren Saiten anschließend durch einen Stromfluss erwärmt . Die Frequenz einer Saite dient dabei als Modulationquelle für die Strommenge einer anderen Saite. Durch die verschiedenen äußeren Beeinflussungfaktoren ergibt sich aus einem einfachen Grundaufbau ein komplexes System, das sich in beständiger Bewegung hält.

Sinousity, Aufnahme Händel Haus Halle an der Saale, 2013